Wie wird man Journalistin, Journalist?

Journalismus ist in Österreich ein freier Beruf. Aus demokratiepolitischen Gründen ist der Zugang zum Journalismus an keine Voraussetzungen geknüpft. Das heißt, jeder kann Journalist werden, es gibt keine verpflichtende Ausbildung oder Prüfung.

 

Berufschancen

Die Zahl derer, die in den Beruf drängen, ist größer als die Zahl der freien Stellen. Klassische Medien müssen sich zudem mehr anstrengen, um sich auf dem Markt gegenüber neuen Onlineformen zu behaupten. Viele Journalisten sind freie Arbeitnehmer, d. h. sie müssen sich selbst versichern und versteuern, bekommen kein Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Das gilt für Zeitungen und Zeitschriften, noch mehr aber für Radio, Fernsehen und Online-Medien. Bildjournalisten, also Pressefotografen, sind in Österreich ein freies Anmeldegewerbe, auch hier ist keine Ausbildung vorgeschrieben.

 

Der Weg in den Journalismus

Die meisten Redaktionen fordern von ihren Mitarbeitern zumindest die Matura, manche ein abgeschlossenes Studium. Es gibt keine vorgeschriebene Journalistenausbildung. Einige Studienrichtungen bereiten theoretisch auf Berufe im Medienbereich vor, Fachhochschulen geben ebenfalls den akademischen Hintergrund. Auch wenn viele diese Ausbildungen absolvieren, den klassischen Weg in den Journalismus gibt es nicht.

 

Die Zugänge sind verschieden, damit Menschen mit unterschiedlichen Berufswegen die Vielfalt der Perspektiven und die Gesellschaft in ihrer Breite auch im Journalismus abbilden. Das journalistische Handwerk und die Standards des Berufs werden neben Universität und Fachhochschule auch an anderen Institutionen vermittelt, am KfJ im berufsbegleitenden Journalisten-Kolleg.

 

Frühe Praxis erhöht die Chancen für Einsteiger. Praktika während des Studiums, sogenannte Volontariate, sind ein guter Anfang. Tipp: Bei kleineren und lokalen Medien ist es oft einfacher, einen Praktikumsplatz zu bekommen. (Das KfJ vergibt Stipendien für diese Volonariate.) Aus einem Praktikum kann sich eine ständige freie Mitarbeit entwickeln. Der Einstieg ist geschafft, wer regelmäßig und zuverlässig gute Beiträge abliefert und Erfahrungen auch bei anderen Medien sammelt, erhöht seine Berufschancen weiter. Ein abgeschlossenes Studium liefert fundierte Grundkenntnisse in einem Spezialthema. Das qualifiziert zusätzlich für den Beruf.

 

Professionalisierung im KfJ

Es gibt eine Ausbildung, die im Kollektivvertrag für Redakteure als Messlatte für die Journalistenausbildung empfohlen wird: das Österreichische Journalisten-Kolleg. Wer sich journalistisches Basiswissen und Handwerk intensiv und praktisch aneignen will, absolviert das Journalisten-Kolleg, das von den Medien-Sozialpartnern getragen wird.

 

Im Verlauf des gesamten Berufslebens unterstützt kontinuierliche Weiterbildung am KfJ die Weiterentwicklung und gibt Gelegenheit für Reflexion und professionelles Feedback.

 

Berufsberatung

Das KfJ berät Einsteiger und Umsteiger auf den Berufs- und Studieninformationsmessen.

 

Broschüre: Wege in den Journalismus

Die Journalistengewerkschaft in der GPA-djp hat eine Broschüre für Studierende zu dem Thema erstellt, die Sie hier durchblättern können.

Kurzgeschichte, 5.-6.12.2016, Wien

Kurzgeschichten sind prägnant. Schauplatz, Handlung und Personal sind übersichtlich, eine Pointe belohnt fürs Lesen. Eigenschaften, die wie im Brennglas auch für Reportagen gelten. Das Seminar zeigt, was das literarische Genre Journalisten bieten kann.


Lokale Berichterstattung, 30.-31.1.2017, Linz

Der USP regionaler Medien liegt in der Einzigartigkeit des Mikrokosmos Heimat. Die Referentin Christine Brugger zeigt, wo diese Inhalte zu finden sind und wie auch überregionale Themen zu lokalen Geschichten werden.


08/15-Themen aufbereiten, 2.-3.2.2017, Salzburg

Die Lösung für Themen, über die man schon x-Mal geschrieben hat oder nicht weiß, wie sie sich spannend aufbereiten lassen: das Feature. Es packt den Leser, ist aber viel weniger aufwendig als eine Reportage.