Das Österreichische Journalisten-Kolleg

 

In Österreich ist der Zugang zum Beruf der Journalistin, des Journalisten grundsätzlich frei. Dementsprechend gibt es keine gesetzlichen oder anderen formalen Regeln einer Berufszulassung oder Ausbildung.

Das Österreichische Journalisten-Kolleg ist im Kollektivvertrag verankert als Ausbildung für alle, die Redakteure werden wollen. Dadurch wurde das Kolleg zur Messlatte für die Ausbildung von Redakteuren. Wer also in Österreich das Österreichische Journalistenkolleg absolviert, bekommt alle Inhalte und Themen vermittelt, die notwendig sind, um als Redakteurin/Redakteur arbeiten zu können.

Praktischer Journalismus in Agentur, Zeitung, Zeitschrift, Radio und Online ist Inhalt des Journalisten-Kollegs und wird in zahlreichen Übungen vertieft. Dazu vermittelt der Kurs allgemeines Sachwissen für die Arbeitsbereiche der Journalisten sowie Grundlagen der Medien- und Kommunikationsforschung. Die Kombination aus theoretischem Sachwissen und praktischen Übungen stellt eine optimale Grundlage für den Journalistenberuf. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden Interviews in Realsituationen führen, "Sprachpapst" Wolf Schneider wird ihren Schreibstil korrigieren, sie werden medienrechtlich sattelfest gemacht, erhalten täglich Updates über aktuelle Geschehnisse in der Medienwelt und beenden die zwölf Ausbildungswochen mit einem eigenen Print- und Onlineprodukt.

Eine weitere Stärke des Angebotes des KfJ ist die direkte Verzahnung mit der Praxis, die allein schon durch die Struktur des Kuratoriums gewährleistet ist. Österreichische Journalistenprofis stellen als Vortragende und Betreuer der praktischen Übungen ihr Wissen zur Verfügung. Daneben ermöglicht der Kontakt zu professionellen Journalistenlehrern aus dem Ausland den Blick über die Grenzen, der enge Kontakt mit den Universitäten sorgt für die nötigen theoretischen Grundlagen.

Eine journalistische Grundausbildung bietet das KfJ seit 1974, das Österreichische Journalisten-Kolleg wird seit 1992 durchgeführt und hat sich parallel zur Medienwelt weiterentwickelt. So bleibt die Ausbildung weiterhin zukunftsweisend und unterstützt die Absolventinnen und Absolventen nicht nur in ihrer journalistischen Arbeit, sondern bereitet sie auch auf die Entwicklungen der Zukunft vor.

Das Journalisten-Kolleg bietet jungen Journalistinnen und Journalisten Handwerkszeug und Basiswissen. So entsteht aus Learning-by-doing das gesicherte Wissen, welche journalistischen Arbeitsschritte warum und wie zu tun sind. Die tägliche Arbeit wird strukturierter, selbstverständliche Tätigkeiten bewusster, klare Anweisungen helfen Journalismus professioneller und erfolgreicher zu machen.

Was Kollegabsolventinnen und -absolventen über das Österreichische Journalistenkolleg sagen:

"Das KfJ hat mir praxisnah das richtige Handwerkszeug für einen beruflichen Werdegang in der Medienbranche mitgegeben. Das Netzwerk an Kollegen und der Kontakt zur Seminarleitung sind nach wie vor wichtige Ankerpunkte, trotz und vielleicht besonders weil ich hauptsächlich im Ausland berufstätig bin." (Miriam Deller, freie Journalistin)

"Vor allem die sprachlichen und stilistischen Komponenten bringen einen schreiberisch weiter. Viele der Vortragenden haben zudem einen bleibenden persönlichen Eindruck hinterlassen." (Mag. Christian Resch, Redakteur der Salzburger Nachrichten)

"Wolf Schneider wird mich bis ins Jenseits verfolgen und medienrechtlich stehe ich auf sicherem Untergrund." (Uschi Staffa, freie Journalistin)

 

Aufbau und Unterrichtsziele:

In didaktischer Verschränkung wird praktischer Journalismus mit theoretischen Grundlagen untermauert. Theorie und Praxis des Journalismus in Agentur, Zeitung, Zeitschrift, Radio und Online werden anhand von Referaten und Übungen vermittelt.

Die beruflichen Anforderungen im Journalismus steigen. Vorgänge in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur sind schneller und komplexer geworden. Daher brauchen Journalisten neben einer umfassenden Allgemeinbildung immer mehr Expertenwissen, um für die Leser, Hörer und Seher Informationen kompetent aufzubereiten und ihnen Orientierung zu ermöglichen. In dieser Situation muss qualifizierte Journalistenausbildung drei Kompetenzen schulen:

SACHKOMPETENZ: Grundlagen für Ressort- und Spezialwissen in Politik, Wirtschaft, Kultur, Lokales, Sport etc.

FACHKOMPETENZ: instrumentelle Fähigkeiten, wie Recherche, Selektion, Redigieren, Redaktionsorganisation und Technik. Außerdem Medienwissen, Kenntnis der Medienstrukturen, des Medien- und Berufsrechts einschließlich journalistischer Ethik.

VERMITTLUNGSKOMPETENZ: praktisch-handwerkliche Fertigkeiten, wie technische Gestaltungsmöglichkeiten, Darstellungsformen, Artikulationsfähigkeit.

Das Unterrichtsziel wird durch praktische journalistische Übungsarbeit erreicht, theoretische Grundlagen fließen sofort in praktische Aufgaben ein.

 

Aufnahmevoraussetzungen:


Das Journalisten-Kolleg wendet sich in erster Linie an junge Journalistinnen und Journalisten, die bereits in einer Redaktion arbeiten. Diese werden direkt von den Redaktionen ihres Mediums entsandt oder bewerben sich selbst.

1. Journalisten:
Vorrangig wendet sich das Kolleg an bereits im Beruf stehende Jungjournalisten, die z.T. direkt von den Redaktionen ihres Mediums entsandt werden.

2. Freie Mitarbeiter:
Für begabte freie Mitarbeiter vergibt das Kuratorium für Journalistenausbildung eine begrenzte Zahl von Stipendien in der Höhe von € 1.800,-- für das Österreichische Journalisten-Kolleg. Bewerben können sich freie Mitarbeiter, die seit mindestens sechs Monaten journalistisch tätig sind und das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Die Bewerbung ist gemeinsam mit der Anmeldung an die Österreichische Medienakademie zu schicken. Der Bewerbung sind eine längere veröffentlichte (gedruckte oder gesendete) Arbeit, die Bestätigung eines Medienunternehmens über die freie Mitarbeit und ein Lebenslauf beizulegen.

3. Berufseinsteiger:
Das Österreichische Journalisten-Kolleg wendet sich auch an Personen, die erst Journalisten werden möchten. Um teilnehmen zu können, sind keine formalen Voraussetzungen notwendig.

4. Studenten:
Den Publizistik- und Kommunikationswissenschafts-Instituten der Universitäten Wien und Salzburg stellt das KfJ jeweils einen Freiplatz zur Verfügung. Die Ausschreibung erfolgt über die Institute (Univ.Ass. Dr. Klaus Lojka, Univ.Prof. Dr. Rudi Renger).

Über die Aufnahme zum Kolleg entscheidet ein Test. Teilnehmen können alle, die seit zumindest einem Monat in einem Medium journalistisch mitarbeiten. Wenn sprachliche und Grundlagen des Allgemeinwissens erfüllt werden, werden auch Berufseinsteiger aufgenommen. Beim Auswahlverfahren werden das Allgemeinwissen, journalistische Fähigkeiten und der Umgang mit der deutschen Sprache getestet.

 

Inhalte:

1. Teil: Salzburg
SPRACHE im Journalismus, Verständlichkeit, Manipulation
RECHERCHE Methoden, Recherchepläne, Quellen
NACHRICHT/BERICHT Abgrenzung, Aufbau, Redigieren

2. Teil: Wien
INTERVIEW Techniken, Umsetzungsformen, Schreiben
WIRTSCHAFT DER MEDIEN Zielgruppen, Vertrieb, Logistik
KOMMENTAR, GLOSSE und ANALYSE Grundlagen, Aufbau
RECHT Berufs- und Arbeitsrecht, Medienrecht, Urheberrecht

3. Teil: Salzburg
MEDIEN im internationalen Vergleich
PORTRÄT Einführung, Elemente, Aufbau
ENTWICKLUNGEN in Print, Agentur, Online, Radio
REPORTAGE Einführung, Elemente, Aufbau

4. Teil: Salzburg
WIRTSCHAFT Volkswirtschaft, Bilanzlesen, Budget
LAYOUT Zeitungs- und Zeitschriftenlayout, Gestaltungsprinzipien
CROSSMEDIA Mehrmediales Arbeiten, Arbeiten im Team
ONLINE Medien, Aufbau, Gestaltung, Inhalt

 

Formales:

Dauer
Vier Mal drei Wochen (60 Tage), verteilt auf insgesamt neun Monate Ganztagsseminare von Montag bis Freitag.

Kosten
Die Seminarkosten betragen für Mitglieder € 2.910,-, für Nicht-Mitglieder € 3.420,- für alle vier Teile. Der Mitgliederpreis gilt für Medien, die dem VÖZ, ÖZV oder anderen fördernden Institutionen angehören und Mitglieder der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp.

Ort
Der erste, dritte und vierte Teil des Kollegs findet in der Österreichischen Medienakademie des KfJ in Salzburg statt, der zweite Teil in Wien.

Anwesenheit
Für alle Teile des Österreichischen Journalisten-Kollegs gilt Anwesenheits- und Mitarbeitspflicht. Wer fehlt, muss den jeweiligen Kursteil wiederholen, eine Prüfung über dessen Lehrinhalte ablegen oder erhält kein Abschluss-Zertifikat.

Abschluss
Ein von den Medien-Sozialpartnern anerkanntes Zertifikat bestätigt die Teilnahme an allen vier Teilen des Kollegs. Es gilt als Ausbildungsnachweis im Sinne des Kollektivvertrags.

Anmeldung und Details zum 19. Österreichischen Journalisten-Kolleg