Dr. Meinrad Rahofer 1956 – 2010

Nur wenige Menschen sind wirklich lebendig
und die, die es sind, bleiben für immer bei uns
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  Dr. Meinrad Rahofer
   
 

Meinrad Rahofer war "die Seele der Journalistenausbildung in Österreich"

Dr. Meinrad Rahofer, Geschäftsführer des Kuratoriums für Journalistenausbildung (KfJ), ist am 12. Februar überraschend verstorben.

Rahofer war mehr als 20 Jahre für das KfJ tätig und hat in dieser Zeit mehrere Journalistengenerationen geprägt. Er festigte die Stellung des KfJ als führende Ausbildungsinstitution im Medienwesen, wobei sein Blickwinkel stets auch auf künftige Entwicklungen der Medienwelt gerichtet war.

Meinrad Rahofer wurde am 1. Februar 1956 in Frankenmarkt, Oberösterreich, geboren. Schon während seines Studiums an der Universität Salzburg war er als Reporter und im Bereich PR und Werbung tätig. Journalistische Sporen verdiente er sich bei der Salzburger Volkszeitung und im Salzburger Landespressebüro. Auch für den Film hat Rahofer gearbeitet, gerne erzählte er von seiner Arbeit mit Regisseur Reinhard Schwabenitzky. 1990 schloss er das Studium der Publizistik und Politikwissenschaft mit dem Doktorgrad ab.

1989 stieg er als Assistent des Geschäftsführers im Kuratorium für Journalistenausbildung ein, seit 1997 ist er dessen Geschäftsführer.

Sein internationales Netz an Kontakten bereicherte das Kuratorium für Journalistenausbildung, die Weiterbildung in Österreich und den Journalismus im Land. Er lud regelmäßig Referenten aus dem Ausland ein und tauschte sich mit Kollegen in Europa und weltweit aus. Sie schätzten seine Ausbildungsideen und wählten ihn 2003 bis 2006 zum Vizepräsidenten der Europäischen Vereinigung der Journalistenausbildungen EJTA. Als Mitbegründer und derzeitiger Vizepräsident der "Initiative Qualität im Journalismus - IQ" trug er wesentlich zur Aufrechterhaltung journalistischer Qualitätsstandards in Österreich bei. Nicht zuletzt dafür erhielt er 2005 das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, 2007 das Goldene Ehrenzeichen des Landes Salzburg.

Rahofer prägte nicht nur das Ausbildungsprogramm des KfJ. Er unterrichtete auch selbst und teilte seine reiche Erfahrung an der Universität Salzburg, der Pädagogischen Akademie Steiermark, in Südtirol an Cusanus Akademie in Brixen, an der Universität Bozen, sowie unzähligen weiteren Aus- und Weiterbildungseinrichtungen.

Meinrad Rahofer hinterlässt eine neunjährige Tochter.

Kolleginnen und Kollegen aus dem In- und Ausland trauern um ihn. Das Team und der Vorstand des Kuratoriums für Journalistenausbildung sind tief betroffen. Der österreichische Journalismus hat einen Kämpfer für Qualität und hohe Standards verloren.

 

   

Prof. Wolf Schneider, Journalistentrainer und Sprachpapst

"Ich kenne keinen Menschen, der so viel Kompetenz auf eine so gewinnende Weise in seine große, schöne Aufgabe investierte. Der Verlust trifft mich tief."

   

Reinhard Schwabenitzky und Elfi Eschke,
Regisseur, Autor und Schauspielerin

"Wir sind tief betroffen, denn Meinrad war uns einer der liebsten Zeitgenossen. Noch vor seiner Tätigkeit in der Journalistenausbildung hat er als Regieassistent mit mir zusammengearbeitet. Er war äußerst kreativ und zuverlässig und zwar dermaßen, dass er schon bald alleine Filme machen konnte. Der private Kontakt blieb bestehen - und trotzdem wir uns in letzer Zeit nicht mehr sehr oft sehen konnten, wussten wir, wir können uns jederzeit aufeinander verlassen und sind für uns da wenn wir uns brauchen. Er war einer meiner unauffälligsten Freunde stach aber meilenweit aus der Masse hervor. Er ist ein großer Verlust für uns alle - nicht nur für seine Familie, der meine Familie ein herzliches, zutiefst empfundenes Beileid ausdrückt - natürlich auch allen seinen Mitarbeitern und Studenten."

   
Sylvia Egli von Matt, European Journalism Training Association und Direktorin MAZ

"Mit Meinrad Rahofer ist eine gewichtige und liebenswürdige Stimme verstummt. Er wird uns auf vielen Ebenen fehlen, wir werden sein und unser Anliegen allein weiter verfolgen müssen. Das schmerzt."

   
Gerald Grünberger, Verbandsgeschäftsführer VÖZ "Qualität im Journalismus war ihm ein Anliegen, das seine Arbeit im Kuratorium für Journalistenausbildung über zwei Jahrzehnte prägte. Er wird uns fehlen, nicht nur als Journalistenausbildner, sondern auch als Mensch."
   
Heinz Pürer, erster Geschäftsführer des KfJ "Meinrad Rahofer hat in der österreichischen Journalistenausbildung besondere, vielseitig geachtete und beachtete Akzente gesetzt - zuletzt  den in internationaler Zusammenarbeit errichteten, innovativen Masterstudiengang New Media Journalism. Dem Kuratorium für Journalistenausbildung hat er zu hohem internationalem Ansehen verholfen, sein Engagement für die Journalistenausbildung war vorbildlich. Die große Lücke, die Rahofer hinterlässt, wird nur schwer zu schließen sein. Sein früher Tod ist für mich unfassbar."  
   
Claus Reitan, Chefredakteur Die Furche

"Er war die Seele der Journalistenausbildung in Österreich. Meinrad Rahofer hat das Kuratorium für Journalistenausbildung mit einem umfassenden Angebot zu seiner Hochblüte und Bedeutung geführt. In seinem enormen Einsatz für Journalistenausbildung, in seiner analytischen Betrachtung der Massenmedien aber auch in seiner Bescheidenheit und in seinem  Führungs- und Gesprächsstil setzte Rahofer Maßstäbe, war Beispiel und Vorbild. Er war ein bedingungsloser Verfechter journalistischer Qualität, beruflicher und ethischer Standards, der Korrektheit und Integrität im Journalismus. Mit Meinrad Rahofer hat der Qualitätsjournalismus in Österreich einen Hüter und Vorkämpfer verloren."

   
Dr. Christoph Kotanko, Chefredakteur Kurier
"Der Tod Meinrad Rahofers ist für seine Familie, für seine Freunde und für die gesamte Medienbranche ein großer Verlust. Er war immer bestrebt, die Ausbildung der Journalistinnen und Journalisten zu verbessern. Damit diente er nicht nur den Zielen des Kuratoriums, sondern der gesamten demokratischen Gesellschaft. Seine Arbeit bleibt unvergessen."
   
Michael Lang, Chefredakteur APA

"Meinrad Rahofer war in all den Jahren ein unermüdlicher Kämpfer für die Qualität im österreichischen Journalismus."

   
Dr. Gerhard Rettenegger, Chefredakteur ORF Salzburg "Ehrgeiz, Zielstrebigkeit und großer Einsatz für die Sache Journalistenausbildung - das sind Wesenszüge von Meinrad Rahofer, die ich während der ganzen 25 Jahre beobachtete, die wir einander gekannt haben. Die kontinuierliche Entwicklung "seines" Kuratoriums  belegt dies eindrucksvoll. Meinrad Rahofer war auch einer, der Zuhören konnte, der die journalistischen Werte Neugierde, Analyse und Bewertung verinnerlicht hatte. Und er war einer, der Wissen teilte, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Manrad Rahofer wird mir fehlen, als Journalistenausbildner, als Kollege, als Freund."
   
Dr. Andreas Koller, stv. Chefredakteur Salzburger Nachrichten

"Die Salzburger Nachrichten verlieren mit Meinrad Rahofer einen treuen Freund und Wegbegleiter. Mehrere Generationen an SN-Journalistinnen und -Journalisten sind durch seine Schule gegangen. Vor allem das KfJ-Kolleg, mit dem Rahofer Standards in der Ausbildung von Jungjournalisten setzte, war und ist fixer Bestandteil unserer Nachwuchspflege. Wir werden Meinrad Rahofer nicht vergessen."

   
Prof. Dr. Michael Haller, Lehrstuhl Journalistik an der Universität Leipzig, Institut für Praktische Journalismusforschung, Leipzig "Mit Dr. Meinrad Rahofer hat uns ein engagierter Streiter für die öffentliche Aufgabe des Journalismus und einer der besten Journalistenausbilder des deutschen Sprachraums verlassen. Wir trauern um einen Partner, der sich für den Qualitätsjournalismus ebenso verdient gemacht hat wie für die Erneuerung und Europäisierung des Journalistenberufs. Der österreichische  Journalismus hat einen seiner wichtigsten Fürsprecher verloren."

   
Robert Hugins, Botschaftsrat für Öffentlichkeitsarbeit in der US Embassy "Mit großer Bestürzung haben wir die traurige Nachricht vom Tod unseres sehr geschätzten Kollegen Meinrad Rahofer vernommen und möchten im Namen der Amerikanischen Botschaft Wien unser tief empfundenes Beileid aussprechen. Unser aufrichtiges Mitgefühlt gilt der Familie Rahofer und seinen Kollegen des Kuratoriums für Journalistenausbildung. Wir blicken auf mehrere Jahre einer engen und erfolgreichen Zusammenarbeit mit Meinrad und dem KfJ beim „US-Austrian Journalism Exchange“ Programm zurück. Auch hatten wir erst letzten November das Privileg mit ihm eine Konferenz zur Zukunft der Print Medien in Österreich und den USA zu veranstalten. Wir werden Meinrad sehr vermissen."
   
Mario Scherhaufer, Program Director International Center for
Journalists
" ICFJ is saddened by the loss of a dear colleague, Dr. Meinrad Rahofer, Austria's heart and soul of quality journalism training, and co-founder of the U.S.-Austrian Journalism Exchange Fellowship program."
   
Peter Kropsch, Geschäftsführer APA "Meinrad Rahofer wird nicht nur uns, sondern der gesamten Branche fehlen."
   
Kirsten Vogel, Supervisorin, Leiterin des TOP.IfM Institut für Medienprofis

"Meinrad Rahofer war ein großer Visionär und bescheidener Realist. Wir trauern und sind dankbar für jede Begegnung mit ihm. Seine Visionen leben durch unser achtsames Handeln und Wirken weiter."

 

   
Tribute auf der Site der European Journalism Training Association Die ehemalige Präsidentin der EJTA, Marianne Peters, schreibt über den "truly international man" und Vizepräsidenten der EJTA: www.ejta.eu