Ohne Protokoll

"Land uns'rer Väter, lass jubelnd dich grüßen" - so beginnt die erste Strophe der Salzburger Landeshymne. Wie? Kennen Sie nicht? Das ist keine Überraschung. Vielen Salzburgern geht es ähnlich. Die Salzburger ÖVP arbeitet auch schon daran, den Bekanntheitsgrad des von Ernst Sompek (Musik) und Anton Pichler (Text) verfaßten Liedes zu steigern. Endlich können sich nun Internet-User Landeshymnen-Klingeltöne für ihre Handys herunterladen.

Der Vorschlag die Landeshymne in die Warteschleife der Telefonanlage der Landesregierung einbauen zu lassen, strapazierte dann allerdings schon etwas die Nerven des Koalitionspartners. "Ja haben wir denn nichts besseres zu tun?", fragte die SPÖ in einer Presseaussendung. Die Dissonanzen waren spätestens am Mittwoch behoben. Zum 75-Jahr-Jubiläum der Hymne sangen Abgeordnete aller Fraktionen einträchtig das Lied vom Blatt ab. Unterstützung erhielten die Politiker von Volksschülern aus St. Andrä. Damit erinnerte man an die Geburtsstunde der Landeshymne. Denn Volksschüler aus St. Andrä waren es auch damals, die mit ihren engelsgleichen Stimmen die Landespolitiker von der Schönheit dieses Liedes überzeugten.

Landeshauptmann Franz Schausberger wirkte übrigens besonders konzentriert. "Damit er auch ja den richtigen Einstieg findet", scherzten Zaungäste, die dem rührenden Auftritt der Politiker beiwohnten. Als gebürtiger Oberösterreicher war er schließlich jahrzehntelang daran gewohnt, sein "Hoamatland" zu singen. Eine Hymne, die sich österreichweit eines exzellenten Bekanntheitsgrades erfreut. Wie das die Oberösterreicher nur geschafft haben? So ganz ohne Klingelzeichen und Warteschleifen...

Peter Gnaiger

 

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