Der Wind weht schärfer –
in der heimischen Politik und in den Medien. Den Anstoß zum
Klimawechsel gaben die Politiker, allen voran Wolfgang Schüssel.
Sein Versuch, einschneidende Pensionskürzungen ohne Mitsprache
der Sozialpartner durchzudrücken, war nicht weniger als der
Abschied vom Grundkonsens der Zweiten Republik.
Die Reaktionen der Leitartikler: Alfred Payrleitner ortete im
Kurier eine „Kulturrevolution im Ständestaat“,
der Falter geißelte den neokonservativen „Wolfgang Thatcher“.
Schelte aber auch in die Gegenrichtung – Gerd Bacher warf
dem ÖGB in der Presse „Volksverhetzung“ vor. Und
in den Salzburger Nachrichten outete sich Alexander Purger mit „14
Fragen zum Streik“ als strammer Gewerkschaftshasser.
Fast sechzig Jahre nach Kriegsende ist also Schluss mit dem Konsens.
Der Unterhaltungswert steigt – ob ein künftiger Pensionist
darüber lachen kann, ist allerdings fraglich.
Martin Bernert
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