Kultur ist überall, in der Sprache,
zuhause und in jeder einzelnen Person. Das Wort Kultur beschreibt
verschiedene Lebensstile verschiedener Erdteile. Trotzdem wird die
Kulturberichterstattung in den meisten Tageszeitungen nur auf Theater,
Film und Literatur reduziert. Meist dargestellt in Form von kritiklosen
Kritiken oder langweiligen Rezensionen, die vielfach nur eine Beschreibung
in gespreizter Sprache sind. Ein Sprache, die nur eine Minderheit
versteht.
Hier ein Beispiel: "Im Falle von Techno der jüngsten
und nachhaltigen, ästhetischen Veränderung im Pop, zerfranste
der Begriff in zu viele Subgenres, als dass man eine einheitliche
Zeitrechnung erstellen könnte, anhand derer sich ablesen ließe,
wann diverse Machbarkeitsstudien im - oft missverstandenen - Geist
der Avantgarde sich wieder 'traditioneller' Errungenschaften besannen."
(Der Standard, Kultur, 21.5.2003)
Die Kulturseite scheint ein Ort der Begegnung von Sprachkünstlern
zu sein, die mit Worten in einen Wettstreit treten. Dabei geht es
doch um die Vereinfachung von Inhalten.
Bilder im Kopf - Kulturjournalismus soll Kultur vermitteln
Abwechslung und Auflockerung, sprachlich, einfache Texte mit komprimierten
Hintergrundinformationen fehlen im Kulturjournalismus. Nichts von
Vielfalt, Dynamik oder Spannung. Quantität statt Qualität
ist das Motto. Starre Bilder von Skulpturen oder Portraitfotos von
Künstlern lachen dem Betrachter lieblos ins Gesicht.
Doch gibt es gerade im Kunstbereich Bewegung en masse. Aktionsgeladene
Ausstellungen, emotionale Fotos von Ritualen anderer Völker,
oder Schicksale von Flüchtlingen, die sich in einem neuen Kulturkreis
zurechtfinden müssen, bieten lebendige Inhalte - Kultur pur.
Fastfood Information
Zwar wird immer häufiger versucht, mit mehr Interviews und
Portraits das Interesse der Leser zu wecken, aber hinter der portraitierten
Person bleibt vom Kunstwerk wenig übrig – Fastfood Information.
Popularisierung und Oberflächlichkeit sind das Ergebnis. Neue
Methoden in der Kulturberichterstattung würden die Lust des
Lesens anregen. Das Essay, das, das Stilmittel des Kulturjournalismus
ist und sich nur in Deutschland und der Schweiz durchgesetzt hat,
fehlt in österreichischen Tageszeitungen. Weiteres kann man
den Leser in das Geschehen einbinden und mit beobachten lassen.
Per Text führt man ihn durch eine Kunstgalerie und mehrere
Bilder , geben den visuellen Effekt. Der Text, geschrieben in einfachen
Sätzen und mit ein paar Fakten, informativ aufbereitet, weckt
die Neugier und lässt ein neues Lesegefühl bei Kulturfreaks
und Kultur Neulingen, entstehen. Doch dafür braucht man Mut,
Phantasie und Zeit.
Christine Glaser
zurück
|