Kompliment an die Designcrew -
anders als bei Konkurrent BMW wirkt der neue Audi A3 wie er soll.
Dynamisch, elegant und sogar der neue „böse Blick“
der Frontscheinwerfer kommt gut an.
STATIK
Die Außenmaße sind geringfügig gewachsen, dies
sollte aber für Fahrer und Beifahrer nicht überbewertet
werden: Die waren schon im Vorgänger ergonomisch ausgezeichnet
untergebracht. Im Fondraum ergab sich dagegen eine deutliche Verbesserung.
Die Hinterbänkler nehmen nicht mehr zwangsläufig mit der
Lehne des Vordersitzes Kontakt auf - auch wenn sie 180 cm messen.
Die serienmäßige Easy-Entry Funktion erlaubt ein zügiges
Entern der zweiten Reihe, und zwar ohne akrobatische Verrenkungen.
Autobus will der neue A3 aber nicht sein: Wer oft zu dritt oder
zu viert unterwegs ist, sollte auf den Viertürer warten.
Verarbeitung und Haptik bieten das von Audi gewohnte Top-Niveau.
Das Interieur wurde mit Stil-Zitaten aus dem TT aufgepeppt, die
toll aussehen und die man gerne berührt.
Die optimale Sitzposition ist, auch Dank des rasch zu verstellenden
Lenkrades, schnell gefunden. Die Sportsitze der Ambition-Version
geben optimalen und bequemen Halt. Positiv im Vergleich zu vielen
Mitbewerbern: Die Sitze lassen sich auch genügend weit nach
unten verstellen - leider keine Selbstverständlichkeit.
DYNAMIK
Der Motor zieht immer und überall, und erreicht die EU-4-Abgasnorm.
Beim Fahren beeindruckt einmal mehr die sprichwörtliche Steifigkeit
der Karosserie, die gegenüber dem Vormodell nochmals um 30%
erhöht wurde. Klappern und Scheppern findet auch auf Waldwegen
nicht statt. Doch dahin will man ohnehin nicht: Auf Asphalt verblüffet
das agile, spielerische Einlenkverhalten, das von der neuen elektromechanischen
Lenkung genial und vor allem unmerkbar unterstützt wird. Bei
dem drehmomentstarken Diesel, der hier auf die Vorderachse losgelassen
wird, kann sie die Antriebseinflüsse naturgemäß
nicht völlig wegfiltern. Beim Quattro ist dies aber kein Thema.
Die Seitenneigung bleibt auch bei flotter Gangart gering. Mit ausgeschaltetem
ESP lässt es sich durch Gaswegnehmen vorzüglich und vergnüglich
mit dem Heck wedeln und das Einlenken unterstützen. Die Bremsen
bieten den Motorkräften leicht Paroli: Sauber und exakt zu
dosieren verzögern sie fadingfrei und spurhaltig. Der A3 bleibt
dabei ohne feuchte Hände genau auf Kurs.
Der Fahrkomfort ist am Besten mit „knackig“ beschrieben.
Der A3 federt straff, aber nicht unbequem, liegt Vertrauen einflößend
und ermöglicht auf unspektakuläre Weise spektakuläre
Kurvenspeed. Kommode Naturen merken das optionale Sportfahrwerk
und die 17 Zöller nur auf schlechten Pisten.
MOTORIK
Das Motorenangebot umfasst zum Verkaufsstart zwei Benziner (75
kW/102 PS und 110 kW/150 PS) und zwei Pumpe-Düse-Diesel (77
kW/105 PS und 103 kW/140 PS). Später folgt der aus dem Golf
R32 und dem TT 3,2 bekannte VR-Sechszylinder als vorläufige
Spitzenmotorisierung. Vorläufig, denn die RS-Variante dürfte,
wenn auch erst später im Modellzyklus, kommen.
FAZIT
Audi reiht seinen jüngsten Spross ähnlich geschickt
zwischen Mercedes und BMW ein, wie seine größeren Brüder
A6 und A8. Die Erfolgszahlen seines Vorgängers (ca. 900 000)
wird er, soviel kann man schon abschätzen, erreichen.
Das Erfolgsrezept? Der neue A3 ähnelt der genialen Saftpresse
von Alessi: Er funktioniert perfekt, benötigt keine Einführungsvorlesungen
und sieht toll aus.
Josef Prantler, der Markenleiter Audi (www.audi.co.at) bei Porsche
Salzburg stellte den Testwagen freundlicherweise und unbürokratisch
zur Verfügung.
TECHNISCHE DATEN
Audi A3 2.0 TDI Ambition
Preis 27.880 €
Leistung 103 kW (140 PS)
bei 4.000 U/min
Spitze 207 km/h
0-100 km/h 9,5 s
EU-Drittelmix 5,5 l/100 km
ANTRIEB
Drehmoment 320 Nm
Bei 1.750 bis 2.500 U/min
Zylinderzahl 4 (Reihe)
Hubraum 1.968 cm3
Getriebe Sechsgang Schaltgetriebe
KAROSSERIE
Länge 4.203 mm
Gepäckraum 350 l
Gewicht 1.340 kg
Zuladung 560 kg
AUSSTATTUNG
Ambition (zusätzlich zu Serie):
Sportfahrwerk
Sportsitze
Lederlenkrad
17 Zoll Räder
Nebelscheinwerfer
Gerhard Krejcirik
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