Schwitzen ohne Echo

Franz Höfer zählt zu den erfolgreichsten österreichischen Triathleten. Nach seinen ersten Weltcup-Erfolgen im Jahr 2001 musste er wegen einer schweren Verletzung ein Jahr pausieren. Ein vierter Platz beim Weltcup in Brasilien lässt den Salzburger wieder von Olympia träumen.

„Den Ermüdungsbruch im Oberschenkel habe ich anfangs gar nicht bemerkt,“ erzählt Höfer, der Anfang Mai seinen 23. Geburtstag gefeiert hat. „Es ist beim Weltcupfinale in Mexiko passiert, erst drei Wochen später wusste ich, woher die Schmerzen in der Hüfte kamen.“ Das eine Jahr Pause habe ihm im Grunde gut getan, weil er so gezwungen war, seine Trainings-Philosophie zu überdenken. Trotzdem gab es auch negative Auswirkungen: Höfer konnte im vergangenen Jahr keine Weltcup-Punkte sammeln und hat deshalb nur mehr diese Saison, um sich für die olympischen Spiele in Athen im kommenden Jahr zu qualifizieren.

Darüber hinaus wurde ihm sein Vertrag als Heeres-Zeitsoldat gekündigt. Eine der wenigen Geldquellen fiel damit weg. In Österreich ist es aber gerade bei einer kaum beachteten Sportart wie Triathlon besonders schwierig, über die Runden zu kommen: „Der Verband unterstützt uns bei sechs Saisonrennen mit jeweils vierhundert Euro. Das reicht leider bei weitem nicht; allein in Brasilien hatte ich Ausgaben von 1000 Euro,“ erklärt Höfer. Pro Jahr startet der Salzburger bei bis zu fünfzehn Bewerben. Der finanzielle Aufwand ist enorm. Seine Sponsoren muss sich Höfer selbst suchen. Die Reisen zu den Bewerben in aller Welt organisiert er mit einem Teamkollegen, da der Österreichische Triathlonverband nur aus ehrenamtlichen Mitgliedern besteht. „Es war schon eine Errungenschaft, dass wir einen eigenen Bundestrainer erhalten haben“, sagt Höfer.

Zum Triathlon ist Höfer durch Freunde in St. Pantaleon gekommen. Seine Eltern haben die Sportbegeisterung immer unterstützt. Einzige Bedingung: Die Schule sollte nicht vernachlässigt werden. Der durchschnittliche Trainingstag begann um sechs Uhr im Hallenbad und endete oft erst knapp vor Mitternacht – dazwischen Unterricht und Hausaufgaben.

Trotz seines Gesamtsieges im Europacup der Junioren im Jahr 2000 und seiner starken Leistungen in diesem Jahr – Höfer liegt unter den besten 100 der Weltrangliste – wird der Sportler von den Medien kaum wahrgenommen: „Wenn ein österreichischer Tennisspieler in der ersten Runde ausscheidet, ist das den Zeitungen eher einen Artikel wert.“ Das Zuschauerinteresse am Triathlon ist hingegen alles andere als gering: 150.000 Leute besuchten den Weltcup-Bewerb in Hamburg im vergangenen Jahr und auch am Wörthersee sind während des Kärnten-Ironmans die Zimmer ausgebucht. Zu verdienen gibt es beim Ironman mehr, da die Strecken länger und die Strapazen für die Teilnehmer ungleich höher sind. Für Höfer kein Beweggrund umzusteigen: „Der Ironman ist kein olympischer Bewerb. In den meisten Fällen starten eine Hand voll Profis mit unzähligen Amateursportlern, die unbedingt einen Ironman absolvieren wollen.“

Den Reiz der Sportart sieht Höfer darin, „dass im Triathlon mit Schwimmen, Radfahren und Laufen Sportarten vereint sind, die eigentlich jeder gerne betreibt.“

Die WM im Dezember ist der diesjährige Saisonhöhepunkt. Für nächstes Jahr hat Höfer ein ganz großes Ziel: „Die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Athen 2004 – und nebenbei in meinem Publizistik-Studium weiterkommen.“ Vielleicht kann er sich mit seinem Wissen schon bald für eine ausgewogenere Berichterstattung einsetzen.

Alex Wolschann, Markus Rosskopf

Franz Höfer erreichen Sie unter
franzhoefer@yahoo.de

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