J@Wort: Die österreichischen
Printmedien haben mit der schlechten Wirtschaftslage zu kämpfen.
Wie schätzt der VÖZ die Situation ein?
Schopf: Die Krise dauert schon seit geraumer Zeit
an. Für die heimischen Printmedien ist noch keine unmittelbare
Erholung in Sicht.
Wie steht Österreich im internationalen Vergleich
da?
Schopf: Im Vergleich zu Deutschland sind wir mit
einem blauen Auge davongekommen; dort ist die Lage weitaus dramatischer.
Die österreichischen Verlagshäuser mussten keine so einschneidenden
Maßnahmen setzen.
Wo liegt das Problem für die österreichischen
Medien?
Schopf: Die Werbeeinnahmen sind gesunken und die
übrigen Ausgaben im Gegensatz dazu weiter gestiegen. Die Kostenschere
öffnet sich, was zu der schlechten wirtschaftlichen Situation
führt.
Wird die Medienkonzentration am österreichischen Markt
weiter zunehmen?
Schopf: Österreich hat schon eine sehr hohe
Medienkonzentration. Ich glaube daher nicht, dass diese noch zunehmen
wird.
Wie sieht die Zukunft der Printmedien aus? Werden sie der
Konkurrenz von Fernsehen und Internet trotzen können?
Schopf: Print hat als Primär-Werbeträger
nichts an Bedeutung verloren. Natürlich gibt es bei den Kleinanzeigen
eine große Konkurrenz durch das Internet, aber die Medienhäuser
haben ihre eigenen Internet-Portale schon so weit ausgebaut, dass
sie das selbst abfangen können.
Welche neuen Erlösmodelle gibt es für die Printmedien
in Zukunft?
Schopf: Das Internet ist dabei natürlich
von Bedeutung und wird auch von den Medienhäusern mit Bedacht
eingesetzt. Die Printmedien haben sich durch ihre Kreativität
als guter Werbeträger bewiesen, in Zukunft wird es auch einen
Schritt vom Anzeigenverkauf zur Anzeigenberatung geben müssen.
Markus Rosskopf
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