Weiterführende Links:
Independent Media Center 
Die Radiofabrik 94,0 Mhz - "Freies Radio für Salzburg" 
No border no nation 
Alternative Öffentlichkeit 
Media Austria - Der Server für Medienvielfalt in Österreich 
"Wir haben vieles richtiggestellt"

Nicht nur ORF, Krone oder Salzburger Nachrichten nahmen das Weltwirtschaftsforum in Salzburg zum Anlass für eine umfassende Berichterstattung. Auch Freie und Alternative Medien auf der ganzen Welt beobachteten die Aktivitäten des Weltwirtschaftsforums mit Argusaugen.

Aus diesem Grund haben sich alternative Radiomacher, sowie kritische Print- und Online-Journalisten vom 30. Juni bis 4. Juli in Salzburg zu einem alternativen Kommunikations-Netzwerk zusammengeschlossen. Waltraud Rettenbacher, Koordinatorin des Pressezentrums: "Es ist uns wichtig, eben jene Gruppen, die in den herkömmlichen, kommerziellen Medien unterrepräsentiert sind, zu Wort kommen zu lassen. Die zunehmende Wichtigkeit von NGO´s und freien Journalistinnen und Journalisten in dieser globalisierten Welt dient als Leitmotiv dieser Idee." 

Berichterstattung vor Ort

Besonders die Berichterstattung im Zuge der Demonstrationen und Ausschreitungen vom Sonntag wurde für das Pressezentrum zur Bewährungsprobe - die nach Aussagen der Verantwortlichen hervorragend gemeistert wurde. Rund 30 bis 40 freie Journalisten und Informanten versorgten die Koordinationsstelle in den Räumlichkeiten der "Radiofabrik" mit Informationen. O-Töne und Live-Berichte von verschiedenen Stellen der Demonstration, sowie Stimmungsberichte von den eingekesselten Demonstranten waren via Internet-Radio weltweit zu hören.

André Hubmann von der Koordinationsstelle: "Zwischen 15 Uhr und 1 Uhr früh stellten wir Mp3-Dateien mit den neuesten Informationen im Zehn-Minuten-Takt ins Internet." Andreas Kuntner war für das Pressezentrum 11 Stunden vor Ort im Einsatz: "Rund 700 bis 1000 User haben unser Web-Radio verfolgt. Das ist gut so, denn mehrmals hat die Pressefreiheit arg gelitten. Wenn Mitarbeiter des Freien Radios von Polizeibeamten beschimpft und ihnen die Presseausweise abgenommen werden, Videomaterial beschlagnahmt und Filme aus Kameras gerissen werden, so gehört das veröffentlicht." Auch die tätlichen Übergriffe von Polizeibeamten wurden genau beobachtet. Dass die Informationen der rund 30 bis 40 vor Ort befindlichen Journalisten immer übereinstimmten, unterstreicht die Seriosität der Berichterstattung. 

Schaffung einer Gegenöffentlichkeit

"Es ist uns wichtig, eine Gegenöffentlichkeit zu den etablierten Medien zu schaffen", sagt André Hubmann. "Die Gewichtung in den traditionellen Medien war anders, wir haben vieles aufgezeigt und richtiggestellt". Medienübergreifendes Arbeiten und die rasche Koordination aller Mitarbeiter trugen im Wesentlichen zum Erfolg des Alternativen Pressezentrums bei. Mit den jetzigen Erfahrungen sieht man sich auf jeden Fall für die Berichterstattung über das Weltwirtschaftsforum 2002 gerüstet. 

Von: Thomas Silmbroth