| "Wir
haben vieles richtiggestellt"
Nicht
nur ORF, Krone oder Salzburger Nachrichten nahmen das Weltwirtschaftsforum
in Salzburg zum Anlass für eine umfassende Berichterstattung. Auch
Freie und Alternative Medien auf der ganzen Welt beobachteten die Aktivitäten
des Weltwirtschaftsforums mit Argusaugen.
Aus
diesem Grund haben sich alternative Radiomacher, sowie kritische Print-
und Online-Journalisten vom 30. Juni bis 4. Juli in Salzburg zu einem alternativen
Kommunikations-Netzwerk zusammengeschlossen. Waltraud Rettenbacher, Koordinatorin
des Pressezentrums: "Es ist uns wichtig, eben jene Gruppen, die in den
herkömmlichen, kommerziellen Medien unterrepräsentiert sind,
zu Wort kommen zu lassen. Die zunehmende Wichtigkeit von NGO´s und
freien Journalistinnen und Journalisten in dieser globalisierten Welt dient
als Leitmotiv dieser Idee."
Berichterstattung
vor Ort
Besonders
die Berichterstattung im Zuge der Demonstrationen und Ausschreitungen vom
Sonntag wurde für das Pressezentrum zur Bewährungsprobe - die
nach Aussagen der Verantwortlichen hervorragend gemeistert wurde. Rund
30 bis 40 freie Journalisten und Informanten versorgten die Koordinationsstelle
in den Räumlichkeiten der "Radiofabrik" mit Informationen. O-Töne
und Live-Berichte von verschiedenen Stellen der Demonstration, sowie Stimmungsberichte
von den eingekesselten Demonstranten waren via Internet-Radio weltweit
zu hören.
André
Hubmann von der Koordinationsstelle: "Zwischen 15 Uhr und 1 Uhr früh
stellten wir Mp3-Dateien mit den neuesten Informationen im Zehn-Minuten-Takt
ins Internet." Andreas Kuntner war für das Pressezentrum 11 Stunden
vor Ort im Einsatz: "Rund 700 bis 1000 User haben unser Web-Radio verfolgt.
Das ist gut so, denn mehrmals hat die Pressefreiheit arg gelitten. Wenn
Mitarbeiter des Freien Radios von Polizeibeamten beschimpft und ihnen die
Presseausweise abgenommen werden, Videomaterial beschlagnahmt und Filme
aus Kameras gerissen werden, so gehört das veröffentlicht." Auch
die tätlichen Übergriffe von Polizeibeamten wurden genau beobachtet.
Dass die Informationen der rund 30 bis 40 vor Ort befindlichen Journalisten
immer übereinstimmten, unterstreicht die Seriosität der Berichterstattung.
Schaffung
einer Gegenöffentlichkeit
"Es
ist uns wichtig, eine Gegenöffentlichkeit zu den etablierten Medien
zu schaffen", sagt André Hubmann. "Die Gewichtung in den traditionellen
Medien war anders, wir haben vieles aufgezeigt und richtiggestellt". Medienübergreifendes
Arbeiten und die rasche Koordination aller Mitarbeiter trugen im Wesentlichen
zum Erfolg des Alternativen Pressezentrums bei. Mit den jetzigen Erfahrungen
sieht man sich auf jeden Fall für die Berichterstattung über
das Weltwirtschaftsforum 2002 gerüstet.
Von:
Thomas Silmbroth
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