| Wer
sind hier die Chaoten?
Dr.
Duarte Herrera, am Sonntag während der Demonstration festgenommen
und mehrere Stunden inhaftiert, im Gespräch mit Christina Crisafulli.
The
Site: Warum waren Sie auf der Demo - gehören Sie zu den "Berufsdemonstranten"?
Dr.
Duarte Herrera: Diese war die zweite Demonstration, an der ich in zwölf
Jahren in Österreich teilgenommen habe. Die erste war eine des Vereins
gegen Tierfabriken. Diesmal habe ich teilgenommen, weil die Regeln der
Monopolfirmen und internationalen Kapitalmärkte die Distanz zwischen
Arm und Reich immer mehr vergrößern.
Würden
Sie sich als einen Chaoten bezeichnen?
Vegetarier
zu sein, nicht zu rauchen, keinen Alkohol zu trinken, im Kulturbereich
zu Arbeiten und seinen Kindern dieses Beispiel vorzuleben - bezeichne ich
auf keinen Fall "ein Chaot zu sein". Hingegen mit der Konzentration des
Reichtums in wenigen Händen einverstanden zu sein, die Umwelt zu zerstören,
Arbeiter auszunützen, soziale Sicherheiten zu vernichten ... das ist
für mich "ein echter Chaot".
Wenn
Sie sich nicht wie die "klassischen Chaoten" benommen haben, warum wurden
Sie festgenommen?
Der
Bürgermeister forderte uns auf nach vorne zu kommen, um mit den Einsatzleitern
zu sprechen. Nur wenige stellten sich zur Verfügung. Ein Durchgang
durch die Polizeisperre wurde geöffnet. Doch kaum waren wir außer
Sicht des Bürgermeisters, wurden wir festgenommen.
Wie
hat Sie die Polizeit behandelt ?
Ich
hatte Glück, ich wurde weder geschlagen noch gefesselt. Ich konnte
aber sehen, wie andere mißhandelt wurden. Vor allem ein Mann - ich
glaube es war ein Jornalist.
Wie
lange waren Sie in Haft?
Nach
einer halben Stunde im Inhaftierungsbus wurden wir in die Bundespolizei-Direktion
gebracht. Dort wurde ich in eine Zelle gesteckt. Gegen ein Uhr morgens
wurden wir wieder freigelassen, nachdem wir unsere Festnahme zu Protokoll
gegeben hatten.
Als
Sie zum WEF/ ANTIWEF Gesprächspodium kamen, hatten Sie Schwierigkeiten
hineinzugehen?
Zu
meiner Überraschung hatte ich mit der Polizei absolut keine Probleme.
Ein Kontrollor der Grünen hingegen sagte mir: "Hier können Sie
Gewalt nicht verallgemeinern".
Wie
stehen Sie zu Gewalt?
Ich
bin nicht gewalttätig und lehne jede Form der Gewalt ab, egal woher
sie kommt. Aber ich werde nicht auf meine politischen Rechte verzichten.
Ich bin nicht gegen die Globalisierung. Ich bin gegen eine Globalisierung,
die von internationalen privaten Konzerne diktiert wird.
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