| NGO´s
wollen eine "neue soziale Bewegung" ins Rollen bringen
Sie
wollen nicht als "Globalisierungsgegner" verstanden werden, aber sie fordern
eine "andere Globalisierung". Die Rede ist von ATTAC, einer internationalen
Plattform zur demokratischen Kontrolle der Finanzmärkte.
Einen
Tag vor der Eröffnung des Weltwirtschaftsforums (WEF), am 1. Juli
in Salzburg luden zahlreiche NGO´s (Non Governmental Organizations)
zum Gegengipfel in das Brunauerzentrum der Salzburger Arbeiterkammer. Trotz
strahlendem Sonnenschein waren rund 300 Personen zur Veranstaltung gekommen.
Kritik
an der Dominanz der Finanzmärkte
Podiumsredner
Christophe Aguitton von ATTAC Frankreich brachte seine Vorwürfe gegen
die Finanzmärkte auf den Punkt. Ein Perspektivenwechsel sei erfolgt,
so Aguitton, unter den Werktätigen entstünden weltweit immer
mehr Angst und Unsicherheit. Vor allem mit drei Themenbereichen setzt sich
ATTAC intensiv auseinander: Der "sozialen Frage", der Ökologie im
Sinne der "Verwertung" und nicht zuletzt der Demokratie. Diese ist durch
das Diktat der Finanzmärkte massiv gefährdet, so der Franzose.
Zentrale Forderung neben der Einführung der Tobin-Steuer ist deshalb
die Entflechtung der Finanzmärkte, die Entschuldung verarmter Staaten,
und eine ökologische Steuerreform.
Prominentester
Redner aus österreichischer Sicht war der Chef der Privatangestellten-Gewerkschaft
Hans Sallmutter. Er unterstrich einmal mehr die Notwendigkeit der öffentlichen
Pensionsvorsorge als Umverteilungsmodell. Die Integration von Kapitalsystemen
in die öffentlichen Pensionskassen, wie dies in Deutschland der Fall
ist, lehnte der GPA-Chef ab.
Zu
den Organisatoren des Gegengipfels gehörten unter anderem die Grüne
Bildungswerkstatt, die KPÖ, das Friedensbüro Salzburg, zahlreiche
Entwicklungshilfe-Organisationen sowie der Österreich-Ableger von
ATTAC. Die Auswirkungen der neoliberalen Globalisierung auf die Nord-Süd-Beziehung,
die geforderte Einführung der "Tobin-Steuer" (Besteuerung von globalen
Finanztransaktionen), sowie die EU-Osterweiterung bildeten die Themenschwerpunkte
der Veranstaltung. Vorträge über die öffentliche Pensionsvorsorge
und alternative Kommunikationsnetzwerke ergänzten das breite Themenspektrum.
Von:
Thomas Silmbroth
|