Kuratorium für Journalistenausbildung feiert 1000. Seminar


Weiterbildung boomt: 43 Prozent mehr Kurse als vor zehn Jahren - Förderungen sinken


Das Kuratorium für Journalistenausbildung (KfJ) ist die traditionsreichste und renommierteste Institution für berufsbegleitende Aus- und Weiterbildung im österreichischen Journalismus. Diese Woche hat das KfJ sein 1000. Seminar veranstaltet.

Das Kuratorium für Journalistenausbildung wurde 1978 gegründet. Seither steigt die Zahl der Veranstaltungen jährlich. "Die Seminare und Workshops sind mehr und intensiver geworden, individuelle Betreuung ist heute Voraussetzung für den Lernerfolg. Hatten wir in den Anfangsjahren drei, vier Veranstaltungen im Jahr mit je 70 Teilnehmern, so sind es derzeit rund 70 Veranstaltungen mit etwa zehn Teilnehmern", sagt Elisabeth Wasserbauer, Geschäftsführerin des KfJ.

1982 veranstaltete das KfJ sieben Seminare, 2002 waren es 49, 2012 werden es 70 sein. In den vergangenen zehn Jahren ist das Angebot um knapp 43 Prozent gestiegen. Neben Workshops gehören Lehrgänge, Studiengänge, Stipendienprogramme und Konferenzen zum Programm.

Das 1000. Seminar heißt "Reportage". Trainer Michael Nikbakhsh vom Nachrichtenmagazin 'profil' vermittelt fundiert und praktisch Handwerk, Wissen und Haltung. Am Seminarort Wien haben die Teilnehmerinnen recherchiert, geschrieben, die entstandenen Reportagen analysiert und dabei ihre Kompetenzen vertieft und erweitert. Die Reflexion der eigenen Berufsrolle und Verantwortung ist Basis jedes Seminars.

Trotz steigender Nachfrage nach Weiterbildung sinken die Förderungen

 
Von Beginn an wurde KfJ-Weiterbildung durch die Mittel der Presseförderung im Bereich Qualitätsförderung und Zukunftssicherung ermöglicht. Bis 2014 wurde eine Kürzung von rund 63.000 Euro angekündigt. Elisabeth Wasserbauer gibt zu bedenken: "Weiterbildung im Journalismus ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit, will man die Qualität der journalistischen Berichterstattung sichern und in die neuen Medienentwicklungen mitnehmen."
 
Zu den Herausforderungen für den Journalismus der Zukunft zählt bekanntermaßen die Finanzierung, das trifft auch die Weiterbildung. Vor allem geht es aber darum, guten Journalismus in die neuen Medien und Formate zu übertragen. "Das geht nur mit kontinuierlicher Reflexion und Entwicklung der Medien und vor allem der Journalisten. Das kann die Weiterbildung bieten. Ich bin überzeugt, dass Qualität im Journalismus nicht nur demokratierelevant bleibt sondern auch beim Publikum zählt", sagt Wasserbauer.

Trainer Michael Nikbakhsh ("profil") trainiert beim 1000. KfJ-Seminar "Reportage" professionelles Handwerk, Hintergrundwissen und journalistische Haltung.

Storytelling, 19.-20.4.2017, KfJ.Wien

Wie mache ich mein Thema spannend und lebendig? Auch das wiederkehrende, vermeintlich trockene Thema? Da hilft das Werkzeug des Storytelling.

 


Fotografie Basisworkshop, 24.-25.4.2017, KfJ.Wien

Was ein funktionierendes Pressefoto ausmacht, zeigt die mehrfach ausgezeichnete APA-Fotografin Barbara Gindl in diesem Workshop. Sie gibt Tipps, wie aussagekräftige Bilder ohne großen technischen Aufwand gelingen.


Titel, Vorspann, Bildtext, 25.-26.4.2017, Salzburg

Ein guter Titel, eine packende Bildunterschrift - von den kleinen Texten hängt es ab, ob sich Leser einem Text widmen. Referent Steffen Sommer zeigt in diesem Workshop, was einen gelungenen Einstieg in die Geschichte auszeichnet.