35 Jahre Weiterbildung im Journalismus

Gesunder Journalismus als Leitmotiv


Das Kuratorium für Journalistenausbildung (KfJ) feierte gestern, Montag, sein 35-Jahr-Jubiläum im Parlament/Palais Epstein in Wien und gab den 150 Festgästen dabei einen Eindruck seiner Arbeit: "Wir wollen Journalismus nicht krank reden, wir wollen ihn gesund sehen," sagte Geschäftsführerin Elisabeth Wasserbauer und leitete damit eine prominente Gesprächsrunde ein.

Festredner Peter Kloeppel, Chefredakteur von RTL und Direktor der RTL-Journalistenschule beleuchtete dabei die Situation des Journalismus kritisch und durchaus optimistisch: „Der Journalismus kämpft seit einigen Jahren um seine Existenzgrundlage und wird dies auch noch länger tun. Aber vielleicht ist das auch gut so, denn wenn wir uns in Gefahr sehen, stellen wir die richtigen Fragen.“

Diese Fragen stellte er seinen österreichischen Kollegen am Podium. Profil-Ressortleiter Michael Nikbakhsh weiß, dass er als Journalist auch eine Marke sein soll, aber: „Ich kann nicht in 140 Zeichen sagen, was ich zu sagen habe, und dennoch wird es von mir verlangt.“ Trotzdem halte er unternehmerisches Denken für dringend geboten. Geht es nach Corinna Milborn, Infodirektorin von Puls 4, sollte sich darüber immer noch das Management die Köpfe zerbrechen: „Wir müssen die Räume dafür schaffen, dass Journalisten auch einmal einen Tag lang recherchieren können.“ Im Nachsatz ergänzte sie, dass dafür eben auch Geld da sein müsse. Die Staatsoper werde ja auch finanziert. In der Recherche sieht Andreas Koller, stellvertretender Chefredakteur der Salzburger Nachrichten und Vorstandsmitglied im KfJ, momentan die Stärke der Medien. „Es hat sich einiges zum Guten verändert in den letzten 30 Jahren, etwa die Recherchetiefe. Aber wir dürfen nicht stehen bleiben und den Faden verlieren." Journalismus müsse sich weiterentwickeln und gesund sein, damit er seine Aufgabe erfüllen kann, darüber war sich das Podium einig.

Ohne Journalismus keine Demokratie


Andreas Koller ist sicher, dass Qualitätsjournalismus Zukunft hat: „Wenn es keinen Qualitätsjournalismus mehr gäbe, wo fände dann noch Demokratie statt?“ Das KfJ gibt der Qualität im Journalismus Raum und folgt seit 35 Jahren der Vision, österreichische Journalisten in dem zu stärken und zu fördern, was sie am besten können. KfJ-Geschäftsführerin Elisabeth Wasserbauer fand ein Bild dafür: „Wir ziehen traditionelle und neue Pflanzen und manchmal auch exotische." Dabei dankte sie "schon jetzt der zukünftigen Bundesregierung dafür, dass sie sich der Bedeutung des Journalismus für die Demokratie offenbar bewusst ist - und der Bedeutung der Weiterbildung für den Journalismus. Und dass sie Qualität im Journalismus fördern will, und damit die Weiterbildung.“

Change als Chance

Peter Kloeppel fasste seine zehn Beobachtungen für den Journalismus zusammen: Dieser müsse den Markt und die Marktnischen kennen, den Lesern und Hörern zuhören, die Stärken der verschiedenen Plattformen nützen, Mehrwert bieten, sich den Wert des eigenen Angebotes bewusst machen, das Miteinander verschiedener Plattformen und Kanäle fördern, unternehmerisch denken, keine Angst vor der Veränderung haben, sondern Change als Chance sehen. Er ist überzeugt: "Qualität wird sich immer durchsetzen." Den Kern seiner Beobachtungen bilden die Menschen im Journalismus: „Denn das alles geht nur mit gut aus- und weitergebildeten Journalisten.“

17.940 Teilnehmer in 1.084 Seminaren

Bis heute haben sich in Österreichs größtem Journalismus-Weiterbildungsinstitut 17.940 Teilnehmer in 1.084 Seminare weitergebildet. Das Kuratorium für Journalistenausbildung bietet österreichweit Seminare an, mit Schwerpunkten in Wien und Salzburg, und wird von den Medien-Sozialpartnern getragen: dem Verband Österreichischer Zeitungen, dem Österreichischen Zeitschriften- und Fachmedienverband und der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp.

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Der tägliche Relaunch, 4.-5.12.2017, Salzburg

Printprodukte kann man jeden Tag ein wenig anders gestalten: mit neuen Inhalte, anderen Textsorten, Layout, Dramaturgie. Lernen Sie bei Christoph Fasel, wie Sie Ihr Blatt mit kleinen Kniffen immer wieder neu und spannend machen.


Social Media, 13.-14.12.2017, KfJ.Wien

Social Media intensiv mit den neuesten Trends bei Markenführung, Themensetzung und zielgruppengerechtem Marketing. Sie lernen, wie Sie Instagram-Channels, Facebook, What‘s App und Twitter sinnvoll einsetzen.


Charme der Heimat, 29.-30.1.2018, KfJ.Salzburg

Der USP regionaler Medien liegt in der Einzigartigkeit des Mikrokosmos Heimat. Die Referentin Christine Brugger zeigt, wo diese Inhalte zu finden sind und wie auch überregionale Themen zu lokalen Geschichten werden.


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