KfJ in seiner Existenz gefährdet


Dem Kuratorium für Journalistenausbildung wurden für das laufende Jahr 40 Prozent der Presseförderung gekürzt. Damit fehlen für seine Arbeit 170.000 Euro. Die Fortsetzung der Weiterbildung mit einem breiten Angebot für die dringend notwendige Sicherung des qualitätsvollen Journalismus ist damit akut gefährdet.
 
Weiterbildung ist die wichtigste Voraussetzung für qualitätsvollen Journalismus. Es ist daher verantwortungslos gegenüber der Zukunft des heimischen Medienstandortes, dem Kuratorium für Journalistenausbildung einen wesentlichen Teil der wirtschaftlichen Grundlage zu entziehen. Das Kuratorium für Journalistenausbildung ist Österreichs größtes und traditionsreichstes Institut für die journalistische Weiterbildung. Es versorgt Österreichs Journalisten mit 80 Veranstaltungen jedes Jahr – Seminare, Lehrgänge, eine Grundausbildung, ein internationales Studium, Austauschprogramme – und engagiert sich darüber hinaus für gesellschaftliche und demokratiepolitische Themen. Beispielhaft genannt seien der Schwerpunkt zur Integration in diesem Jahr oder die Initiativen zur Berichterstattung über Menschen mit Behinderung, zum interkulturellen Dialog, zur journalistischen Qualität und Vernetzung der Journalisten in Österreich, in Europa und weltweit.
 
Dabei geht es um grundsätzliche Fragen der Demokratie und des sozialen Friedens. Mit seinem Netzwerk und der Expertise aus 37 Jahren Weiterbildung im Journalismus gelingt es dem KfJ, diese Themen im Journalismus zu etablieren.
 
Es ist grob fahrlässig, ein funktionierendes Korrektiv und Reflexionsinstrument im Journalismus auszuhungern. Das schwächt den Journalismus und die Menschen, die darin arbeiten. Es reicht nicht, sich Verantwortung auf die Fahnen zu schreiben, man muss sie auch leben. Journalistische Verantwortung liegt in der DNA des KfJ.
 
Die Weiterbildungsarbeit im Journalismus findet hinter den Kulissen statt. Armin Wolf, Ingrid Thurnher, Michael Lang, Klaus Herrmann, Eva Weissenberger und 1.000 weitere Journalistinnen und Journalisten haben ihre Grundausbildung im KfJ absolviert. Diese Grundausbildung und mit ihr sämtliche Weiterbildungsprogramme sind nun gefährdet.
 
Das Regierungsprogramm 2013-2018 betont die Relevanz der journalistischen Ausbildung und Weiterbildung: „Eine Förderung der Medien soll sich an Vielfalt und Qualitätskriterien orientieren. […] Diese Förderung soll sich u. a. an der Qualität der journalistischen Arbeitsbedingungen und der Aus- und Weiterbildung des journalistischen Personals orientieren.“ (Regierungsprogramm 2013-2018, S. 50)
 
Die qualitativ hochwertige Aus- und Weiterbildung des journalistischen Personals ist nun massiv gefährdet. Das KfJ fordert rasch die von der Politik in Aussicht gestellte Erhöhung der Fördergelder für die journalistische Aus- und Weiterbildung.

Über das KfJ: Das Kuratorium für Journalistenausbildung wurde 1978 gegründet. Träger sind die Mediensozialpartner: der Verband Österreichischer Zeitungen, der Österreichische Zeitschriften- und Fachmedienverband und die Journalistengewerkschaft in der GPA-djp. Seminare für Österreichs Journalisten finden in ganz Österreich statt. An seinen beiden Standorten in Wien und Salzburg hat das KfJ Büros und feste Seminarräume. Die Qualität in der Weiterbildung ist im KfJ zertifiziert mit dem internationalen Gütesiegel LQW, neben der Tätigkeit in vielen österreichischen Netzwerken ist das KfJ u. a. auch im Vorstand der European Journalism Training Association aktiv.


Rückfragehinweis:
Mag. Elisabeth Wasserbauer
Geschäftsführerin
wasserbauer(at)kfj.at








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