Gütesiegel für Qualität in der journalistischen Weiterbildung


Wie Qualität im Journalismus zu messen ist, ist immer wieder Anlass für Diskussionen. In der journalistischen Weiterbildung ist Qualität messbar – das hat das Kuratorium für Journalistenausbildung (KfJ) gestern Abend in Salzburg bewiesen. Ihm wurde das international anerkannte Gütesiegel LQW (Lernerorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung) verliehen.

Erste testierte Weiterbildungsinstitution im Journalismus

Das KfJ ist europaweit die erste journalistische Aus- und Weiterbildungsinstitution, die mit dem Gütesiegel nach LQW ausgezeichnet wurde. KfJ-Geschäftsführerin Elisabeth Wasserbauer: „Wir haben uns dieser Überprüfung gestellt, weil wir überzeugt sind, dass Qualität in der Weiterbildung die Qualität im Journalismus stärkt. Gute Weiterbildung erweitert die Handlungsfähigkeit und macht Journalisten so stärker.“ KfJ-Vorstandsvorsitzender Andreas Koller verweist auf 35 Jahre Erfahrung des KfJ und darauf, dass die Presseförderung in diesem Bereich gesichert sein muss, damit die Arbeit weitergeführt werden kann. Für die Qualität der Weiterbildungsarbeit sprechen auch die Zahlen: Seit der Gründung des KfJ sind die Anmeldezahlen jährlich gestiegen – dies widerspricht dem Trend in der gesamten österreichischen Erwachsenenbildung.

Lernen stärkt Journalisten

Das KfJ hat sich vor acht Jahren ein Leitbild gegeben, in dem die Werte und Grundsätze der Organisation festgehalten sind und das regelmäßig weiterentwickelt wird. Aufbauend auf dem Leitbild hat sich das KfJ nun einer externen Qualitätsüberprüfung gestellt und in den vergangenen eineinhalb Jahren seine Grundsätze und Organisationsabläufe auf ein Ziel hin geprüft: die besten Voraussetzungen für Lernende und gelungenes Lernen zu schaffen. Dabei wurde in elf Bereichen unter anderem geprüft, wie die aktuellen Anforderungen an Journalisten in die Programmplanung einfließen, welche Seminarausstattung und welche Führung das Lernen ideal unterstützen und wie evaluiert wird. „Wenn Lernen gelingt, gehen Journalisten gestärkt aus den Seminaren zurück in ihre Redaktionen, wissen, wo sie stehen und können einordnen, was sie tun. So können sie ihre verantwortungsvolle Aufgabe in einer Demokratie bewusster wahrnehmen“, sagt Elisabeth Wasserbauer.

LQW: Lernerorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung

LQW ist ein Siegel der deutschen ArtSet Forschung, Bildung, Beratung GmbH, international bewährt und anerkannt. Es prüft das interne Qualitätsmanagement und stellt den Lernenden in den Mittelpunkt. Für die Testierung legt die Weiterbildungsorganisation einen Selbstreport vor, in dem sie die Grundsätze ihrer Arbeit, ihre Verfahren und Arbeitsabläufe beschreibt. Dieser Selbstreport wird von zwei unabhängigen LQW-Gutachtern begutachtet. Anschließend findet eine Begutachtung vor Ort statt. Hat die Organisation alle Anforderungen in elf Qualitätsbereichen erfüllt, erhält sie als Zeichen für die erfolgreiche Qualitätsprüfung ihr Testat sowie eine Keramikfliese des Künstlers Guido Kratz. Diese Fliese ist Teil eines Gesamtbildes, das eine wachsende Qualitätsgemeinschaft in der Weiterbildung symbolisiert. Eine nach LQW qualitätstestierte Weiterbildungsorganisation stellt sicher, dass bei all ihren Qualitätsbemühungen der Lernende im Zentrum steht.

Weiterbildung im Journalismus für ganz Österreich

Rund 70 Weiterbildungsveranstaltungen bietet das KfJ jedes Jahr an. Der Großteil davon findet in Salzburg und Wien statt, punktuell auch in den anderen Bundesländern. Die Themen reichen von Schreibtrainings über digitales Storytelling bis zum Führungskräfte-Training. Daneben bietet das KfJ eine berufsbegleitende Journalistenschule, internationale Austauschprogramme und ein Studium für Konvergenz in Redaktionen an.

Bildergalerie zur Feier

Die Seminare des KfJ sind online hier abrufbar.

Fotos: Barbara Gindl

Gleich nach der Überreichung: v.l.n.r.: KfJ-Vorstandsvorsitzender Andreas Koller, KfJ-GF Elisabeth Wasserbauer, Gutachter Matthias Strasser, KfJ-Organisationsentwicklerin Kirsten Annette Vogel mit der Fliese von ArtSet.
Das erfolgreiche KfJ-Team: v.l.n.r.: Magdalena Sassmann, Dagmar Köttl, Elisabeth Wasserbauer, Daniela Flaschberger, Beatrix Nowotny, Jutta Sezgin.
KfJ Geschäftsführerin Elisabeth Wasserbauer

Kurzgeschichte, 5.-6.12.2016, Wien

Kurzgeschichten sind prägnant. Schauplatz, Handlung und Personal sind übersichtlich, eine Pointe belohnt fürs Lesen. Eigenschaften, die wie im Brennglas auch für Reportagen gelten. Das Seminar zeigt, was das literarische Genre Journalisten bieten kann.


Lokale Berichterstattung, 30.-31.1.2017, Linz

Der USP regionaler Medien liegt in der Einzigartigkeit des Mikrokosmos Heimat. Die Referentin Christine Brugger zeigt, wo diese Inhalte zu finden sind und wie auch überregionale Themen zu lokalen Geschichten werden.


08/15-Themen aufbereiten, 2.-3.2.2017, Salzburg

Die Lösung für Themen, über die man schon x-Mal geschrieben hat oder nicht weiß, wie sie sich spannend aufbereiten lassen: das Feature. Es packt den Leser, ist aber viel weniger aufwendig als eine Reportage.